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Selektiven Mutismus

Wikipedia.de

Beschreibung [Bearbeiten]
 
Elektiver Mutismus ist keine Sprachstörung im herkömmlichen Sinne, sondern ein zeitlich begrenzter, angstbedingter Sprechabbruch in bestimmten sozialen Situationen oder in Anwesenheit unbewusst ausgewählter Personen. Dies kann so weit führen, dass betroffene Kinder ausschließlich mit bestimmten Personen, meist aus dem engeren familiären Umkreis, sprechen.[3]
 
Da das Kind trotz eigentlich intaktem Sprachvermögen nicht mehr in der Lage ist, sich lautsprachlich mitzuteilen, wird Mutismus zu den „sekundären Sprachstörungen“ gezählt.
 
Wechselseitige Auswirkungen [Bearbeiten]
 
Das Schweigen bedeutet eine große Belastung für alle Betroffenen und Kontaktpersonen. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen geraten schnell ins Abseits und können zu Außenseitern werden.
 
Da der Betroffene nicht generell sprachlos ist, fühlen sich Kommunikationspartner, die auf das selektive Schweigen stoßen, oft provoziert und hilflos, reagieren enttäuscht oder verärgert.
 
Im Rahmen der Schule entsteht für Lehrer schnell ein Widerspruch zwischen erwünschten pädagogischen Haltungen wie Akzeptanz und Geduld und den institutionell begründeten Ansprüchen wie zeitgerechte Stoffvermittlung und Leistungsbeurteilung. Fehleinschätzungen der wirklichen schulischen Leistungsfähigkeit sind häufig.[4]
 
Auftreten und Verlauf [Bearbeiten]
 
Bei einer sehr engen Definition des elektiven Mutismus kann von einer Rate von 0,8 % bei Kindern zwischen fünf und neun Jahren ausgegangen werden.[5] Andere Autoren sprechen von bis zu 1 bis 2 % der Gesamtpopulation.[6][7] Obwohl einer kleinen Untersuchung zufolge die typische Geschlechterverteilung immer wieder mit 2:1 für Mädchen zu Jungen angegeben wird[8], gilt der elektive Mutismus allgemein als einzige „Sprachstörung“, bei der Mädchen ebenso häufig betroffen sind wie Jungen.[4]
 
Beim elektiven Mutismus handelt es sich um eine relativ hartnäckige Störung, deren Dauer sich oft bis ins späte Schulalter, teilweise auch bis ins Erwachsenenalter, zieht. Obwohl das Schweigen offensichtlich auch ohne Therapie überwindbar ist, weitet sich die Gefahr für eine Beschädigung des Selbstkonzepts und sprachlicher Inkompetenzgefühle ohne eine Therapie aus.[4]
 
Circa 30 bis 50 % der mutistischen Kinder und Jugendlichen zeigen in einem Katamneseintervall von 5 bis 10 Jahren ein normales Sprechverhalten und eine vergleichsweise gute psychosoziale Anpassung. Die übrigen Betroffenen weisen ein deutlich verbessertes, aber weiter gestörtes Sprechverhalten auf, das sich durch Sprechscheu, Rückzugstendenzen und Angst vor sozialen Kontakten auszeichnet.[5]
 
Es kann heute grundsätzlich nicht mehr davon ausgegangen werden, dass es sich beim elektiven Mutismus um eine ausschließlich psychogene Störung handelt. Empirische Untersuchungen legen vielmehr nahe, dass durch (a) eine Entwicklungsverzögerung, (b) prämorbide Persönlichkeitsauffälligkeiten und (c) die allgemeine Familienpathologie die Voraussetzungen für das mutistische Verhalten geschaffen werden; das Verstummen wird beim Hinzutreten äußerer Belastungsereignisse ausgelöst.[5]

16.10.11 22:23

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